„Thrombosespritze“ beim Unterschenkelgips oder nach Kneispiegelung?

Skisaison. Von der Piste ins Röntgen und nach Hause mit nem Unterschenkelgips. Wenn sich da nichts bewegt bekommt man Thrombosespritzen mit. Der Mut zur Selbstverletzung treibt sie in den Oberschenkel (oder die bestehende Partnerschaft darf sich für das nächtliche Schnarchen rächen). Zur Sicherheit kann man das tun, braucht man aber gar nicht. Sagen die Holländer.

Thromboprophylaxis after Knee Arthroscopy and Lower-Leg Casting
N Engl J Med 2017; DOI: 10.1056/NEJMoa1613303

40-100Tsd. Menschen versterben in der Bundesrepublik jedes Jahr an Lungenembolien. Die Immobilisation gilt dabei noch immer als einer wichtigsten Risikofaktoren. Sogar Langstreckenflüge von manchen Menschen als Begründung für eine Thromboseprophylaxe durch Antikoagulation herangezogen  (Kompressionsstrümpfe reichen völlig). Auch dass das Thromboserisiko nach Unterschenkelgips oder die ersten Tage nach einer Kniespiegelung steigt ist unstrittig. Aber hilft die Prophylaxe denn wirklich?

 

Der Streit wird entschieden durch die POT-KAST (Kniespiegelung) und POT-CAST (Unterschenkelgips) Arbeitsgruppen. Organisiert von der Universität Leiden nahmen 10 niederländische Krankenhäuser an den beiden nun veröffentlichten Studien teil. Für die KAST Gruppe wurden 1451 Patienten eingeschlossen, für die CAST Gruppe 1435.

Im Ergebnis fanden sich keine Unterschiede in der Häufigkeit sowohl von Blutungen als auch Thrombosen.

 

Fazit:

Auch wenn die Häufigkeit von Thrombosen für Interventionen wie einen Unterschenkelgips oder eine Athroskopie steigen, hat eine prophylaktische Antikoagulation mit niedermolekularem Heparin keinen Wert.

 

The post „Thrombosespritze“ beim Unterschenkelgips oder nach Kneispiegelung? appeared first on FOAM EM RSS.

Source: http://www.foamem.com/

Leave a Reply